Ein Insektenhotel bauen – so geht’s

Insektenhotel bauenEin Insektenhotel lässt sich auch mit einfachen Mitteln und wenigen Handgriffen bauen. Die bedrohten Wildbienen werden es euch danken.

Ein Insektenhotel bauen ist ein schönes Projekt – insbesondere zusammen mit Kindern. Wir haben schon einige Jahre ein Insektenhaus in unserem Garten. Zu sehen, wie Wildbienen die angebotenen Röhren beziehen und ihr Treiben zu verfolgen, ist super interessant. Außerdem sorgen die angelockten Insekten für die Bestäubung unseres Apfelbaums und der Beerensträucher. Unser Insektenhotel benötigt dieses Jahr eine Renovierung. Mit meiner Anleitung gelingt beides – ein neues, ganz einfaches oder auch komfortables Hotel und die Renovierung.

Vorsicht: Gesplitterte Bambushalme verletzen die empfindlichen Flügel der Bienen leicht.

Schnell gemacht ist beispielsweise ein Insektenhotel aus gebündeltem Bambus. Dafür schneidet ihr Bambushalme hinter den Knotenstellen in zehn bis zwölf Zentimeter lange Stücke. Der Innendurchmesser der Halme sollte zwischen drei bis neun Millimeter betragen.

Ganz einfach lassen sich die Bambusstücke mithilfe einer an beiden Seiten offenen Blechdose bündeln. Die Dose an einem sonnigen und vor Regen geschützten Standort aufhängen – fertig ist ein unkompliziertes Bienen-Zuhause.

Gewusst wie: Ein Insektenhotel aus Holz bauen

Auch abgelagertes Hartholz von Esche, Buche, Eiche oder heimischen Obstgehölzen ist eine prima Nisthilfe. In die Holzstücke oder –scheiben bohrt ihr Löcher  – etwa fünf bis zehn Zentimeter tief. Bohrt die Löcher senkrecht zur Faserrichtung, sonst bilden sich Risse im Holz. Eindringende Feuchtigkeit unterstützt das Wachsen von Pilzen, die wiederum die die Brut schädigen können.

Die Bohrlöcher für das Insektenhotel sollten eine Lochgröße von zwei bis neun Millimetern und dazwischen ausreichend Abstand haben – rund dreimal so viel, wie der Durchmesser der Löcher. Achtet darauf, dass die Bohrungen glatt sind. Sonst besteht die Gefahr, dass sich die Bienen beim rückwärts rauskriechen die zarten Flügel verletzen.

Durch Kombination entsteht die Luxus-Klasse

Werden Hölzer, Bambus, Lehmklötze oder mit Schilf gefüllte Ziegel kombiniert, lässt sich ein großes Insektenhotel bauen. Auch hier gilt: Hölzer und Halme dürfen keine spitzen Fasern aufweisen. Weit vorstehende Halme am besten vermeiden, damit Vögel sie nicht als Landeplatz nutzen. Markhaltige Stängel, wie beispielsweise Brombeerzweige eignen sich nur, wenn sie vertikal angebracht werden. Stellt das Insektenhaus am besten an einem sonnigen und vor Regen und Wind geschützten Platz auf. Damit es von unten trocken bleibt, zudem nicht direkt auf dem Boden.

Ein Insektenhotel bauen: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Ein Insektenhotel bauen und aufstellen könnt ihr zu jeder Jahreszeit. Im Sommer dient der Unterschlupf den Insekten als Nisthilfe und auch zur Brutpflege. Die Weibchen legen ihre Eier darin ab und hinterlassen Nahrung für die Larven, die dann später schlüpfen. Je nach Art schlüpfen die Larven nach ein paar Tagen oder Wochen und fressen das hinterlassene Futter. Im zweiten Schritt entwickeln sie sich in einem Ruhestadium zum erwachsenen Insekt.

Im Winter überwintern die Insekten in den Röhren. Das tun sie je nach Art in verschiedenen Stadien: als Ei, Larve, Puppe oder Imago im Ruhestadium. Im Frühling verlässt dann das erwachsene Insekt die Winterbehausung.

Zusätzlich für wilde Ecken und Wasser sorgen

Selbst durch Nichtstun im Garten helft ihr Bienen und Co. Zum Beispiel, indem ihr ein Stück Rasenfläche in eine Blumenwiese verwandelt und wachsen lässt. Auch wilde, ungenutzte Ecken sind beliebt bei Insekten und anderen Tieren. Überlasst dafür einen wenig genutzten Bereich sich selbst. Schnell machen sich dort Disteln, Brennnesseln oder Gräser breit. Ein Paradies für Raupen von Schmetterlingen.

Auch Totholz dient Insekten als Nahrung, Versteck und Baumaterial. Laubhaufen sind einerseits wichtige Nährstofflieferanten, andererseits dienen sie als Winterquartier. Wer im Herbst verblühte Stauden und Pflanzen nicht zurückschneidet, bietet den Insekten zudem einen Unterschlupf für den Winter.

Wasser ist auch für Insekten lebenswichtig, sowohl als Durstlöscher als auch zum Nestbau. Helfen könnt ihr den Tieren mit einer Tränke: Einfach Wasser in eine flache Schale füllen und in den Garten stellen. Das Wasser muss allerdings regelmäßig gewechselt werden. Auch Pfützen, die ihr in Trockenzeiten feucht haltet oder Gartenteiche dienen als Tränke. Wichtig bei allen Wasserquellen: Die Insekten müssen so trinken können, dass sie nicht ertrinken. Hilfreich sind aus dem Wasser ragende Steine oder Äste.

Wissenwertes zu Wildbienen

Von den rund 550 Wildbienenarten nutzen rund 40 Arten die menschengemachten Behausungen,  besonders die Rote Mauerbiene und die Pelzbiene. Diese Bienen gehören zu den Solitärbienen. Das heißt: Sie leben nicht in einem Bienenstaat, sondern sind allein unterwegs. Rund dreiviertel der nestbauenden Wildbienen nistet im sandigen Boden. Diesen Arten kann schon mit offenen Sandstellen geholfen werden.

1 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.